Vorsätze?

Mit so einem Jahreswechsel kommen sie zu Hauf: Die guten Vorsätze.
Immer ganz vorne mit dabei sind: Abnehmen, mehr Sport, auf Ernährung achten, mit dem Rauchen aufhören. Bis man sie dann im Laufe des Jahres aus den Augen verliert und man in die alten Muster zurück fällt. Und trotzdem nimmt man sich immer wieder etwas vor. Jahr für Jahr.

Auch ich habe mir etwas vorgenommen.
Doch anders als in den Jahren zuvor definiere ich dieses Mal keine klaren Ziele. Denn ich bin jemand, der seine Vorsätze nur zu gern wieder schweifen lässt. Wenn ich mich dann zum Weitermachen zwinge, wird es aber auch nicht mehr besser. Also nehme ich mir keine großen Projekte vor sondern lediglich: weniger.

Das habe ich in den letzten Monaten des vergangenen Jahres schon versucht. Einfach dann etwas machen, wenn mir gerade der Sinn danach stand. Völlig zwanglos. Und es hat funktioniert, ich hatte wieder mehr Freude an dem, was ich tat. Genau so will ich das weiter machen. Ich habe Vorstellungen von Dingen, die ich gerne machen oder erreichen würde. Wenn ich mich diesen Dingen einfach annähere und den Spaß daran nicht verliere, nicht in Zwang verfalle, werde ich zufrieden sein.

Wenn mich 2016 etwas gelehrt hat, dann, dass ich niemand anderes sein kann. Ich kann nicht jedem gefallen oder in absolut jede Situation des Lebens perfekt hinein passen. Und wenn das schon nicht geht, sollte ich mich wenigstens darauf konzentrieren, das Beste aus meinem Leben zu machen und Freude am Leben zu empfinden, anstatt mir die Zähne daran auszubeißen, einem bestimmten Schema F gerecht zu werden. Deswegen wird 2017 bei mir gewissermaßen unter dem Motto „Unf*ck Yourself“ laufen.

Kürzlich hatte ich zwei Begegnungen, die mich zum Grübeln brachten. Nach über einem Jahr hatte ich mal wieder ein Kapitel zu meiner Fanfiction auf Animexx veröffentlicht. Eine treue Leserin kommentierte unter anderem, dass sich mein Stil verändert hätte. Nachdem ich das Kapitel dann selbst noch einmal gelesen hatte, fiel es mir auch auf. Es stimmte mich melancholisch, weil ich das Gefühl habe, dass es irgendwie trauriger klingt als die anderen. Das ist natürlich nur meine Sicht.
Aber dann traf ich zum Jahresende einen Freund, den ich schon monatelang nicht mehr gesehen hatte. Der Dialog war ungefähr so: „Wow, Du siehst so anders aus!“ – „Ja… Ich bin fett geworden“ – „Nein, ich meine, Du hast Dich irgendwie verändert. Du bist reifer geworden“
Ich habe ihm dann erzählt, was sich bei mir so ereignet hatte und denke nun darüber nach, wie ich mit diesen Veränderungen umgehen soll. Sind sie für mich positiv oder negativ zu betrachten? Im Moment sehe ich sie eher negativ. An Reife zu gewinnen bedeutet nicht zwingend etwas Schlechtes. Aber für mich deutet es gerade darauf hin, dass etwas von mir auf der Strecke geblieben zu sein scheint. Das Leben scheint gravierend an Glanz verloren zu haben.

Ich arbeite jetzt also daran, wieder für mehr Glanz zu sorgen. Deswegen wird für mich alles, das sich in irgendeiner Art und Weise positiv entwickelt genau so gut sein, wie ein festgesetztes Ziel zu erreichen.

Zum Beispiel will ich seit zwei Jahren 10 Kilo abnehmen. Natürlich funktioniert das nicht richtig, weil ich die Sache völlig falsch angehe. Jetzt werde ich es nicht mehr präzisieren. Wenn ich abnehme – und das auf die richtige Weise – dann ist das gut. Vielleicht bin ich ja auch schon mit nur 8 Kilo weniger wunschlos glücklich. Wer weiß das schon vorher?

Auch will ich mich wieder viel mehr meinen kreativen Hobbys widmen. Aber nicht auf die Art wie „Ich zeichne jede Woche ein Bild!“ oder „Ich entwerfe mir jeden Monat ein neues Kleidungsstück!“. Ich mach es einfach dann, wann ich die Lust darauf habe und dann wird es von ganz allein wieder mehr werden. Das wär schön.

Wie handhabt ihr das? Klare Ziele oder nur vage Ideen? Oder gar keine Vorsätze?

Frau_Shmooples

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