[German only] Carpe the hell out of the diem

Ich habe gerade spontan einen Artikel auf kununu entdeckt, aus welchem auch der Titel für diesen Post stammt. Bei all den guten Vorsätzen, die man sich vielleicht zum Jahreswechsel vornimmt, oder bei den Dingen, die man sich einfach mal so mitten im Jahr vornimmt zu ändern, und bei all den Dingen an denen man dann doch scheitert… vergisst man vielleicht genauer darauf zu achten, woran es wirklich liegen könnte, dass man eben scheitert oder die Lust daran verliert.

So begründete sich meine lange Blogpause zum Beispiel schlicht auf Unlust und verlorener Motivation. Die Ursache dafür offenbarte sich mir aber erst viel später. Lasst mich dafür kurz etwas ausholen… Ich befinde mich zurzeit in Anstellung bei einer Zeitarbeitsfirma. Das bedeutet, dass ich mir nicht immer aussuchen kann, wo ich arbeite oder wie lange ich dort bin. So landete ich Ende 2015 in der Sachbearbeitung und fand das zuerst auch ganz interessant, weil das mal etwas war, was ich überhaupt nicht kannte und mich am Anfang auch wirklich forderte. Der Einsatz war für zwei Monate geplant, verlängerte sich dann aber um weitere zwei Monate und wieder und wieder. Und in all der Zeit dachte ich, alles wäre in Ordnung. Dabei war es das nicht. Ich wurde immer häufiger krank und kam Morgen für Morgen immer schlechter aus dem Bett. Mit flexiblen Arbeitszeiten verlässt man das Büro dann eben etwas später, um auf die Wochenstunden zu kommen. Abends zu Hause war nur noch Energie da für puren Konsum. Das volle Klischee-Programm… Etwas fast food Gedöns in die Figur schieben und auf das Sofa fleetzen. Und woran lag’s?

 

4. Und täglich grüßt das Arschgesicht

Du arbeitest nicht im Zoo, wirst aber tagtäglich mit diversen Tierarten konfrontiert: Der Chef ein Affe, der Mitarbeiter eine Zicke, und das Team besteht aus lauter schrägen Vögeln, mit denen Du einfach nicht warm wirst. Schlimmste Formen charakterlicher Deformation – so lautet die Diagnose, die Du bei den Kollegen leider feststellen musstest. Als Sklave deiner antrainierten Höflichkeit ignorierst Du gekonnt das Zucken deines Mittelfingers. Du lässt die spitzen Kommentare an Dir abprallen, lächelst brav zurück, sagst „Ja“ und „Amen“, denn Aufmucken bringt eh nichts.

Das musst Du Dir nicht geben. Wenn die Chemie nicht stimmt, kann auch der schönste Job zur Hölle werden. Ist das bereits der Fall, dann solltest Du das Gesamtpaket aus Boss plus Kollegen gefälligst zum Mond schießen. Besser gestern als morgen.

 

Wenn man mit den Kollegen auf einer freundlichen – wenn auch distanzierten – Weise gut zurecht kommt, mag man das nicht sofort bemerken. Man muss ja auch nicht unbedingt beste Freunde mit ihnen werden. Aber wenn man dann auch nach mehreren Monaten immer noch nicht richtig an Gesprächen teilnehmen kann, weil es sich immer wieder um die gleiche Grütze dreht, mit der man selbst nichts zu tun hat oder weil man auch einfach überhört wird, weil alle anderen so festgefahren sind… Ist das irgendwie erbärmlich.

Man zweifelt irgendwann an sich selbst und fragt sich, ob man sich zu wenig selbst integrieren will. Ich habe mir sogar ernsthaft interessiert die positiven Aspekte von Twilight erläutern lassen, aber ich bin halt einfach so der Ann Rice oder True Blood Typ. Und zu Serien wie GZSZ oder Rosamunde Pilcher fällt mir nicht mal etwas ein, das ich als Gegenpart nennen könnte. … Death Note? Ich brauch ja wohl nicht zu erwähnen, dass ich als kinderwunschlose Frau bei Familienthemen auch nicht mitreden konnte.

Was ich sagen will ist eigentlich Folgendes: Verschwendet eure Zeit nicht mit einer Arbeit, die euch nicht vollends erfüllt. Ihr mögt lange darüber nachgrübeln, was der Grund für euren Missmut und eure Unlust sein könnte. Und wenn ihr euch manchmal fragt, wie es wohl in einem anderen Unternehmen wäre… Dann bringt diesen Gedanken zu Ende! Irgendwo anders neu anzufangen könnte genau diese eine Gelegenheit sein, alles zum viel besseren zu wenden und zu euch selbst zurück zu finden!

Bei mir waren es letztendlich nicht nur mangelnde Gesprächsthemen. Man muss nicht die gleichen Interessen haben, um offen aufeinander zugehen zu können. Insgesamt war es der Teamcharakter an sich, der nicht zu mir passte oder mein Charakter, der nicht zum Team passte… Je nachdem, wie man es nimmt. Das wird einem aber erst so richtig klar, wenn man gegangen ist. Man muss nur einfach so lange suchen, bis man den richtigen Job für sich gefunden hat, bei dem auch der Rest stimmt und schon sieht die Welt viel besser aus. Das mag ein langer Weg sein, aber er wird sich lohnen 😉 Also carpe the hell out of the diem!

Frau_Shmooples

2 Comments

  1. Ich würde dir hier gerne wiedersprechen. Ich finde, man kann an Arbeit auf 2 Wegen rangehen. EInmal wie du sagst, nur etwas machen dass dir wirklich Spaß macht. Dass sorgt dafür, dass man selber sehr engagiert ist und vielleicht sogar mehr macht als nötig ist. Meiner Erfahrung nach ist der Dank dafür gering und man wird erbarmungslos immer weiter ausgenutzt. Es mag wenige Ausnahmen geben, aber eben wenig und nicht viele.
    Oder man sieht einen Job als das, was er ist: Ein Mittel zum Geld verdienen um Leben zu können. Man zeigt seinen Einsatz so lange man da ist und danach hat es sich. Das gibt einem die Macht, den Job eben Job sein zu lassen. Und auch mal nein zu sagen. Und Jobs zu machen, die eben nervig und langweilig sind.
    Ich finde beide Wege sind nicht besser oder schlechter. Jeder muss nur finden, welchen er gehen möchte!

    • Das mag sein, so ähnlich mache ich das zurzeit auch.
      Mir ging es eher um die Atmosphäre im Job. Klar kann ich einen Job haben, der mir richtig Spaß macht und laufe dann Gefahr ausgenutzt zu werden. Und klar kann ich einen Job haben und ihn auch nur als das betrachten. Letztendlich wirkt sich aber immer noch zusätzlich die Atmosphäre auf mich aus, die in dem Unternehmen herrscht. Wenn man charakterlich nicht mit den Kollegen harmoniert, kann es auch anstrengend werden, selbst wenn man es nur als Mittel zum Geldverdienen sieht.

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