40 Tage ohne Zucker – Zwischenbericht

Ich habe lange überlegt, welche Art von Berichterstattung hier am Besten wäre. Zuerst wollte ich so ausführlich wie möglich mithilfe von Tagesberichten meine Gedanken, Bemühungen und Schwierigkeiten schildern. Aber das würde eindeutig den Rahmen sprengen. Also gebe ich euch eine Zusammenfassung der bisher wichtigsten Ereignisse.

Weil ich neugierig war, inwieweit sich mein Körper verändern würde, habe ich ganz genau Maß genommen und mich am 06.03.17 morgens vor dem Frühstück gewogen. Das führe ich zurzeit wöchentlich fort. Und nicht nur diese Zahlen verändern sich auf interessante Weise. Ich spüre die Veränderungen auch deutlich. Seit fast drei Jahren fühlte ich mich sehr unwohl, weil ich mir schwabbelig und irgendwie auch aufgedunsen vorkam. Zuvor hatte ich immer in die Kleidergrößen 36 und 38 gepasst, variierend je nach Schnitt. Zuletzt wollte mir kaum noch meine weiteste Hose passen. Und auf Parties war ich stets bemüht, meine Problemzonen zu kaschieren. Ich habe einmal 57 kg auf die Waage gebracht und mich damit wohl gefühlt. Ich sehnte mich dorthin zurück. Aber jeder Versuch ein paar Kilo zu verlieren, schien zum Scheitern verurteilt.

 Sommer 201606.03.201718.03.2017
Gewicht / Weight (kg)68,267,766,4
Brust / Bust (cm)969492
Taille / Waist (cm)797876
Bauch / Belly (cm)929292
Hüfte / Hips (cm)105103101
Oberschenkel / Thigh (cm)605753
Oberarm / Upper arm (cm)292929

Insbesondere habe ich das Schwinden meines Hüftgoldes bemerkt. Dicht gefolgt von den Veränderungen der Oberschenkel. Während die Hose immer mehr schlackerte, fühlten sie sich auch viel fester und besser an. Selbiges gilt für die Oberarme, auch wenn diese nun nicht an Umfang verloren haben. Mein Gesicht soll auch schmaler geworden sein, doch das ist mir selbst jetzt noch nicht so aufgefallen. Im Übrigen finde ich bemerkenswert, dass ich von 2016 zu 2017 es mit meinen kläglichen Versuchen tatsächlich geschafft habe immerhin fast 1 kg zu verlieren.

Herr Apocalyptusbaum hat nicht so genau Maß genommen wie ich und sich auch nicht noch mal extra auf die Waage gestellt. Doch scheint er seit Ende Februar satte 5 kg verloren zu haben und 2 cm Bauchumfang. Leider kämpft er grad mit einer allergischen Reaktion, vermutlich auf den griechischen Joghurt der in den Rezepten von Die 40 Tage-Challenge häufig aufgelistet wird, aber so ganz genau weiß man das noch nicht.

Inzwischen drehen sich unsere Gedanken nicht mehr ständig nur um Süßes. Stattdessen denke ich mir, dass ich mich unbedingt auf eine Glutenunverträglichkeit oder Sensibilität checken lassen sollte. Während meiner ersten Woche gab es nämlich einen Tag, an dem ich nach der Arbeit unterwegs war und mir einfach ein Wurstbrötchen reingezwängt habe. Das Brötchen war aus Weißweizen. Ein paar Stunden später grummelte es luftig im Bauch :/ Ich müsste es nach der Challenge noch mal mit Weißbrot probieren, um sicherer zu sein. Manchmal reicht es ja auch aus, eine gewisse Zeit lang auf etwas zu verzichten, damit sich die Darmflora wieder etwas einpendelt.

Ich hatte ziemliche Startschwierigkeiten. Am ersten Tag hatte ich noch eine Handvoll Weingummi im Büro liegen, die ich stressbedingt auch verdrückt habe. Meine Marzipanvorräte hab ich allerdings direkt verschenkt. Zum Frühstück gab es wie gewohnt Joghurt mit Müsliflocken (Vollkorn), zum Mittag Vollkornbrötchen und abends daheim noch Vollkornnudeln… Phase 1 der Challenge sieht ja vor, dass man komplett auf Vollkornprodukte und auch Reis verzichtet. In der zweiten Woche habe ich das auch versucht und am dritten Tag dann die Lust am Essen verloren. Seitdem esse ich wenigstens Mittags noch meine Vollkornbrötchen. Meinen Joghurt gibt es jetzt mit Hirseflocken; Buchweizenflocken hab ich auch versucht, aber die werden nur unter lautem Getöse verdaut :/ Und abends gibt es nun auch kein Getreide mehr. Reduzierung ergab für mich Sinn, aber der komplette Verzicht erschien mir wenig schlüssig. Mir kamen Vollkornprodukte auch geschmacklich noch nie süß vor, so wie es im Buch beschrieben wird: „Stärkehaltige Gemüse und Vollkorn-Getreide können den Zuckerentzug ebenso erschweren, da ihr leicht süßlicher Geschmack dich sofort an Zucker erinnern lässt und dir somit das Verzichten erschwert.“ Es wird auch geschrieben, dass man nicht langfristig auf diese Produkte verzichten soll, da sie grundsätzlich sehr gesund sind. Der Verzicht löste bei mir enormen Frust aus und so behalte ich auch während Phase 1 bei Vollkornbrötchen zu essen.

Weiterhin erschließt sich mir nicht, wieso ich mir sonntags erlauben sollte, wieder „normal“ zu essen. Für das normale Fasten in den Wochen vor Ostern mag das gut sein. Aber bei Zucker sehe ich das anders. In den ersten zwei Wochen habe ich wirklich fast täglich stundenlang an Süßigkeiten gedacht. Erst jetzt, in meiner dritten Woche, hat sich das beruhigt und Süßigkeiten erscheinen mir nicht mehr so wichtig wie vorher. So einen Erfolg könnte ich nicht verzeichnen, wenn ich mir gestattet hätte, alle 7 Tage etwas Süßes essen zu dürfen, selbst wenn das in Maßen passieren würde. Und wenn man ernsthaft eine Verdauungsstörung aufgrund von zu viel Zucker haben sollte, wird sich dieses Problem auch nicht wirklich bessern können.

So langsam zeigt sich bei mir auch, dass tatsächlich ein Zuviel an zuckerhaltigen Produkten bzw. verstecktem Zucker mein Problem zu sein scheint (oder es stellt sich wirklich noch eine Glutenunverträglichkeit heraus). Ich habe deutlich seltener mit Bauchschmerzen zu kämpfen, keine Krämpfe und keinen Durchfall mehr gehabt in den letzten drei Wochen. Es kommt noch vor, dass es mal zwickt und drückt, aber das wird eher damit zusammenhängen, dass ich jetzt nur noch Dinge esse, die deutlich länger verdaut werden und sich mein Körper erst noch daran gewöhnen muss.

Insgesamt fühle ich mich deutlich besser. Bewegungen fallen mir leichter, weil sich alles irgendwie auch leichter anfühlt. Ich werde wieder schmaler und passe besser in meine alten Klamotten hinein (was viel besser ist, als in eine neue größere Kleidungsgröße investieren zu müssen). Und mein Hautbild klart auch allmählich auf 🙂

Für mich ist jetzt schon klar, dass ich nach der Challenge daran festhalten werde. Ich nehme mir nicht vor, den Rest meines Lebens auf Süßes zu verzichten. Aber ich werde auf natürliche Zucker zum Backen umsteigen, nicht mehr jeden Tag etwas in mich hineinstopfen und mich endlich daran setzen, mehr Sport in meinen Alltag zu bringen 😀

Frau_Shmooples

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