[Random] #1 Konsumverhalten

Im Moment schreiben zwar viele über Konsum und es wird viel an die Leser appelliert, bitte einmal genauer nachzudenken bevor man etwas kauft. Ich springe ungern in so einen Strom hinein, mache das aber jetzt einfach mal, weil ich gerade Bauchschmerzen habe und damit noch mal eine etwas andere Sichtweise beleuchten kann.

Uns wird mittels Werbung und Trends suggeriert, dass wir ständig etwas kaufen/besitzen müssen, um unser Leben zu bereichern, uns besser zu fühlen oder einfach nur IN zu sein. Dabei geht es nicht nur um technische Neuerungen, die inzwischen alle paar Monate auf den Markt kommen und die alten (aber noch völlig funktionsfähigen und guten Produkte) ausstechen sollen. Sondern auch um so richtig banale Alltagsdinge.

Und ich bleibe davon ganz sicher auch nicht verschont. Ich hatte zwar noch nie das Bedürfnis, immer das neueste Smartphone zu besitzen, aber es gibt definitiv Trends auf die auch ich anspringe und dann gibt es wirklich Tage an denen mein Konsumverhalten völlig eskaliert. Und ich finde, deswegen sollte man auch kein schlechtes Gewissen haben müssen. Meiner Meinung nach sollte sich aber ein schlechtes Gewissen einstellen, wenn man Dinge kauft, eben weil sie gerade IN sind und ein paar Monate später schon wieder an Bedeutung verlieren, unwichtig werden und irgendwo verstauben.

Es kann nun wirklich nicht schaden, einmal inne zu halten und nachzudenken, nachzuforschen und auf die wirklich eigenen (Grund-)Bedürfnisse zu hören. Ich habe das Gefühl, dass wir verlernt haben, auf uns selbst zu hören und zu achten. Das jedenfalls wird mir auch vermittelt, wenn mir andere mit Bewunderung dafür begegnen, wie sehr ich doch auf meinen Körper höre. Dabei tue ich das noch lange nicht so, wie ich es eigentlich inzwischen müsste.

Ich hätte eigentlich schon sehr früh damit anfangen müssen, mich mit meinem Körper und seiner Funktions- sowie Arbeitsweise auseinander zu setzen. Aber mein Denken war einfach nicht so ausgereift, dass ich das von allein geschafft hätte. Auch als dann 2008 letztlich eine Laktoseintoleranz bei mir diagnostiziert wurde, habe ich das nicht so richtig geschafft. Mir war da eigentlich nur bewusst, dass innerhalb der nächsten drei Stunden Bauchschmerzen und Durchfall eintreten, wenn ich etwas laktosehaltiges zu mir nehme. Immerhin hatte ich angefangen, mir Zutatenlisten durchzulesen. Aber wie Verdauung letztendlich funktioniert, war mir immer noch nicht klar. Und man kann wahrscheinlich auch nicht erwarten, dass ein Arzt die Zeit dafür hat, einer einzelnen Person den eigenen Körper zu erklären.

Es ist also Eigeninitiative gefragt. Warum also machen wir das nicht? Nachdenken und selbst anpacken. Man kann doch nicht sein ganzes Leben darauf warten, dass die eigene Situation besser wird, weil andere etwas unternehmen. Genausowenig wie ich erwarten kann, dass ein Arzt die Zeit für mich aufbringt, mir meinen Körper penibel genau zu erläutern, können wir alle nicht erwarten, dass uns die großen Unternehmen unsere Bedürfnisse darlegen und damit unsere Kaufentscheidungen besiegeln. Oder etwa doch?

Die kennen unsere Bedürfnisse doch gar nicht. Der ganze Zucker – in all seinen mannigfaltigen Variationen und Bezeichnungen – zumindest landet doch nur zu so hohen Mengen in den Produkten, um Abhängigkeit zu provozieren und damit weiter Umsätze zu garantieren, weil wir immer und immer wieder kaufen (mal abgesehen davon, dass die Produktion dadurch auch günstiger wird). Und keiner stört sich daran, weil es keinen interessiert, was für Zusätze in den Produkten sind, die wir essen. Aber dann wird man auf einmal dick oder bekommt ständig Bauchschmerzen und man wundert sich, warum das so ist. Und trotzdem ist es egal, denn es schmeckt ja so gut. Darauf kann man doch nicht verzichten. Aber trotzdem ist man die ganze Zeit einfach unzufrieden.

Oder man beginnt zu verzichten, obwohl man es gar nicht müsste und kauft dann einfach glutenfrei ein. Denn das muss ja irgendwie gut sein. Aber das ist völlig sinnlos, wenn man keine Probleme mit der Verdauung von Getreideprodukten hat. Das sind wertvolle Ballaststoffe, die unser Darm richtig gut findet und vor Allem halten sie länger satt. Ich beneide jeden darum, der das genießen kann! Mich offenbar macht dieser Genuss krank (ich war immer noch nicht beim Arzt deswegen) und es ist nicht nur unangenehm deshalb ständig Bauchschmerzen zu haben, oft in Verbindung mit Durchfall. Sondern man fügt seinem Körper damit im Grunde laufend einen Entzündungsherd zu gegen den er sich wehren muss und das kann auf lange Sicht nicht gut sein und führt mit Sicherheit zu Langzeitproblemen/-schäden. Ganz zu schweigen von all den wichtigen Nährstoffen, die unverarbeitet mit hinaus geschwemmt werden…

Wenn Du also Schmerzen hast, dann höre einfach mal genau hin. Dein Körper versucht Dich darauf aufmerksam zu machen, dass Du einen Fehler machst. Dann nimm Dir einfach mal die Zutatenliste und versuche heraus zu finden, was der Auslöser sein könnte. Und dann lerne zu verzichten! Denn nur dann fühlst Du Dich besser und Zufriedenheit kehrt zurück. Und dafür lohnt sich auch der ganze Aufwand.

Blinder Konsum hilft niemandem. Weder Deinem Körper, noch unserer Umwelt.

Dieses Thema erinnert mich auch immer gerne an das Intro zu Combichrist’s Sent to Destroy. Das Lied an sich hat aber dann nichts mehr damit zu tun 😉

Frau_Shmooples

2 Comments

  1. Ich finde der „Trend“ gegen den Konsum könnte noch etwas größer werden. Gerade im Bereich Ernährung wird ja so viel geworben und versprochen, daß kaum einer durchblickt. Bauchschmerzen hab ich da zum Glück meist nur im übertragenen Sinn.
    Das mit dem auf den eigenen Körper hören finde ich sehr gut, es dauert eine Weile bis man was richtig versteht, aber es lohnt sich auf jeden Fall! Ich habe ja auch mit Milch und Gluten jahrelang experimentiert und gelernt zu verzichten. Daß jetzt so viele Sachen wie z.B glutenfreie Pizza einfach fertig erhältlich sind, ist ein Segen und ein Fluch. Deinen Zuckerbericht muß ich dringend noch komplett lesen. Den will ich nämlich auch wieder reduzieren.

    • Noch ist zwar unklar, ob es bei mir wirklich Gluten ist (ich hab jetzt endlich eine Überweisung :D), aber ich finde es nicht so toll, wenn mir Leute diese speziellen Produkte vor der Nase wegkaufen, nur weil sie denken, es wäre gesünder zu verzichten obwohl sie nicht müssen. Auch wenn die Auswahl größer wird, so ist laktosefreier Naturjoghurt doch schwieriger zu kriegen als normaler Joghurt, den es gefühlt von absolut jedem Hersteller gibt. Genauso wenig verstehe ich Leute, die sich sagen, ihre Beschwerden sind ihnen egal und sie essen einfach weiter wie gewohnt.
      Ich werde auf jeden Fall noch ein paar Rezepte posten aus der zuckerfreien Zeit, vielleicht animiert Dich das noch etwas mehr 😉

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